Gloryful
Keep it Simple

Interviewpartner Johnny (Bild: Marcus Kösters / Camslinger.de)
Interviewpartner Johnny (Bild: Marcus Kösters / Camslinger.de)
Eternalconcert: Ihr tourt natürlich in nächster Zeit nicht ohne Anlass so exzessiv. Ihr bringt in den nächsten Tagen euer Debüt "The Warrior's Code" raus. Was erwartet uns auf der Scheibe?
Johnny: The Warrior's Code ist eine Danksagung an den Heavy Metal. Unsere Inspiration dazu kommt hauptsächlich von klassischen Bands wie Iron Maiden, Dio, Manowar, Judas Priest, etc.. Alle Songs richten sich hier nach der Philosphie „Keep it Simple, Stumpf ist Trumpf!“. Das Riffing und die Songstrukturen sind einfach und der Gesang bewusst eingängig. Das Album sollte positiv klingen und schon durchblicken lassen, dass wir die Sache hier ernst nehmen, aber auch nicht jedes Klischee bedienen müssen, nur um authentisch wirken. Einen Retro-Sound ala Proberaum-Kassettenrekorder war vollkommen ausgeschlossen. Dan Swanö hat hier einen richtig fetten Sound rausgeholt der vielleicht nicht urtypisch klingt, aber dafür sehr eigenständig, frisch und dynamisch.
Eternalconcert: Das Artwork von Kris Verwimp dürfte die Meinungen spalten. Was wollt ihr uns mit einer halbnackten Dame auf einem Eisbären die gegen.. Ja gegen was eigentlich? kämpft sagen? Und warum dieser (sorry) fürchterliche Eisbär?
Johnny: Jens und ich haben uns mal mit Cover-Ideen zugeschmissen und waren noch etwas in der Inuit-Mythen Story unterwegs, was allerdings thematisch recht schnell abgehandelt war. Im Zuge dessen sind wir auf die Werbekampagnen eines Getränkeherstellers gestoßen, welche eine Kriegerin auf Eisbär zeigt. Sedna wollten wir gerne als unseren „Eddie“ kultivieren und so haben wir haben wir einfach beides miteinander verbunden. Damit daraus keine Comedy wird, haben wir bewusst einen Künstler gewählt, welcher dieses künsterlisch im Cover umsetzen konnte. Auf Kris Verwimp sind wir über Darius Widera während der Gesangsaufnahmen im Synesthesie Studio gekommen. Darius hatte damals bei Nebular Moon gesungen und die damaligen Coverzeichnungen kamen von Kris. Über das Motiv kann man gerne streiten, allerdings nicht über die Fähigkeiten von Kris Verwimp. Davon mal abgesehen hatte keiner von uns Lust auf den tausendsten Drachen gehabt auf dem geritten wird.
Das Artwork von "The Warrior's Code"
Eternalconcert: Ihr kommt ja zumindest teilweise aus anderen Bands. Welche sind das?
Johnny: Jens ist nachwievor bei Night in Gales und war auch Gitarrist bei Deadsoil. Vito zockt noch Gitarre bei Exotoxis, Hartmut war bei Deadsoil und Symbiontic, Olli war bei Enemy Within und ich war früher bei auch mal bei V8-The Army of Johnnys.
Eternalconcert: Wie kommt es, dass ihr plötzlich in powermetallischen Gefilden wildert? Eure persönlichen Hintergründe sind ja wohl doch eher andere.. So war Jens bei Night in Gales aktiv und Hartmut hat sich bei Symbiontic verdingt. Das sind nicht gerade Powermetal-Bands. Hattet ihr einfach mal Lust was anderes zu machen oder wie kam es dazu?
Johnny: Im Prinzip hatten wir alle unabhängig immer wieder mal das Verlangen gehabt eine Heavy Metal Band zu machen. Dies scheiterte allerdings meistens daran, dass man nicht die richtigen Leute am Start hat. Das fängt schon beim spielerischen Können an und dann verwirft man den Gedanken auch schnell wieder, wenn man nicht zum gewünschten Ergebnis gelangt. Es hat sich schlichtweg keine Gelegenheit ergeben. Olli und ich hatten schon vor über 10 Jahren mal zaghafte Versuche gestartet eine Heavy Metal Band zu machen, was aber genau aus den genannten Gründen gescheitert ist.
Eternalconcert: Passenderweise spielt ihr allerdings öfters in Billings die sehr viel Härter sind. Orden Ogan hatten dieses "Problem" auch häufig, weshalb sie sich gerne mit "Fuck you pussy" vom Publikum grüßen lassen. Laut Insiderinformationen wollt ihr auch genau in solche Billings rutschen. Wie kommts? Hofft ihr auf einen Exotenbonus oder kommt da eine alte Liebe zu Death und Thrash durch?
Johnny: Wir haben im Prinzip keine Gig-Anfrage verneint und wollten einfach zocken. Nach dem Billing haben wir nie gefragt. Das ist uns meistens erst auf dem Flyer aufgefallen, dass wir die einzige Heavy Metal Band an dem Abend sein werden, hahahahaha. Wir haben das aber immer als Herausforderung betrachtet. Dahinter steckt keine Berechnung und gewollt ist es auch nur bedingt. Wir haben eigentlich nur versucht das Beste aus der Situation zu machen, aber wir sehen auch beim Mix der Stilrichtungen am Abend definitiv keinen Nachteil. Ich sehe auch in der Passion für Death-, Trash- oder Heavy Metal zu gleichen Teilen keinen Widerspruch.
Eternalconcert: Man hat den Eindruck, dass ihr sehr zielstrebig und selbstbewusst zu Werke geht. Was möchtest du mit der Band erreichen bzw. wo siehst du euch in fünf Jahren?
Johnny: Das ist ja eigentlich die klassische Personaler-Frage, hahahaha. Kein Plan was in 5 Jahren ist. Ich hatte mal den frommen Wunsch geäußert, dass ich gerne mit Gloryful diverse namenhafte Festivals spielen und auch mal im Ausland touren möchte. Als Gelsenkirchener wäre es natürlich eine Ehre auf dem Rock Hard Festival spielen zu dürfen, dass würde ich als Ziel zumindest so schon mal benennen können. Aber im Prinzip bin ich für alles dankbar was mit uns gerade passiert.
Eternalconcert: Wie ist eure Beziehung zu anderen lokalen Bands? Seid ihr Einzelkämpfer oder eher Netzwerker?
Johnny: Ich halte uns schon für recht aktive Netzwerker. Viele Kontakte zu lokalen Bands bestanden aber auch schon vor Gloryful, was sich ja aus vorherigen Bandaktivitäten ergeben hat. Ich glaube schon, dass wir bei den ein oder anderen lokalen Bands sehr polarisieren und es da auch durchaus extrem negative Meinungen zu uns gibt, aber unsere Erfahrungen sind überwiegend positiv. Man muss auch nicht jedem gefallen.
Eternalconcert: Was hälst du vom Zustand der regionalen Szene im Moment? Alles tutti oder ausbaufähig?
Johnny: Schon schwierig. Man hört ja immer wieder von einer Spaltung der Szene, was ich allerdings für Blödsinn halte, denn das gabs ja schon immer. Das ist kein Phänomen der letzten Monate und Jahre. Es gab immer Gruppierungen, welche sich innerhalb des Metals nicht riechen konnten, dass hat nichts mit dem Untergang der Szene zu tun, sondern ist eigentlich immer der Normalzustand gewesen. Ein wenig Sorgen mache ich mir über die Besucherzahlen der Shows, Metal-Kneipen und Clubs. Das ist alles kontinuierlich zurückgegangen und man fragt sich schon wo die denn alle abgeblieben sind. Selbst mit Freibier kriegt man die Leute nicht mehr bewegt und da kann ich manch einen Veranstalter schon verstehen, wenn er seinen Glauben in die Szene verliert und keine Lust mehr hat Shows zu organisieren.
Eternalconcert: Johnny, ich danke dir für deine Zeit. Möchtest du noch etwas in eigener Sache loswerden?
Johnny: Vielen Dank für die Gelegenheit uns hier bei Dir mal präsentieren zu dürfen und auch 1000 Dank an alle die uns da draußen supporten. Ohne das wär das alles nicht möglich.
Gloryful: www.gloryful.net

Fragen von Hoschi am 02.06.2013
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