Teutonic Slaughter
Teutonic Thrash Terror

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Wo genau die Songs des sechs Track starken Mitschnittes nun konserviert wurden bleibt zunächst noch offen, denn nur selten hat es eine Band mit öffentlich zugänglichem Gesichtsbuchprofil geschafft, Informationen so gut zu verstecken, dass möglicherweise nicht einmal die NSA davon Wind bekommen hat. Immerhin kann ich mich noch rudimentär an den besagten Auftritt erinnern und da habe ich eindeutig Spaß vor Augen, allerdings war das Bier auch inklusive. Die Loblieder der lokalen Presse sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache und haben meinen Appetit auf die Grobe mit Stückchen geweckt.
Zur ersten Zerreißprobe kommt es allerdings schon im Intro. Kosmisches Hintergrundrauschen, entfernt an Maschinengewehrgeballer erinnerndes Getöse gepaart mit undefinierbarem Krach in einer Qualität, dass sich einem die Fußnägel regelrecht hochrollen, keimt in mir doch die Frage auf: „Ist das Kunst, oder kann das weg?“.
Vergeben und vergessen. Haken wir den Rohrkrepierer mal unter das Kapitel „experimentell“ ab und besinnen uns auf das Wesentliche, nämlich die Musik. 'Thrash Mania' heisst das eigentliche Einstandsständchen und liefert endlich das, was uns ward versprochen, Geknüppel der ganz alten Schule. Referenziell liegt man mit frühen 'Whiplash' sicher nicht gänzlich daneben und möchte wohl auch eben jene Hörerschaft ansprechen. Dies gelingt sogar zu großen Teilen.
Dass der Sound nicht in gebügelter Studioakustik daherkommt erscheint einleuchtend und so sollte man auch gnädig über vermeintliche Patzer hinwegsehen, sofern nicht beabsichtigt. Weniger verzeihlich hingegen sind die wirklich arg monotonen Songstrukturen. Diese Kennzeichnen auch das nachfolgende Stück 'Decades of Terror', ziehen sich aber ebenso durch das Gesamtwerk, wie ein roter Faden unliebsam um die Sonntagsroulade.
Wie der Einäugige unter den Blinden der König, weiß zumindest Frontmann Philip vielleicht nicht direkt zu gefallen, aber hervorzustechen. Dieses schmutzige im Sprachorgan verleiht der Richtung einen passenden Anstrich und schreit förmlich nach den Anfängen und den tiefen 80er Jahren. Fast mag man glauben, dass wieder hellblaue Jeans und VoKuHiLa voll im Trend liegen. Um späteren Missverständnissen vorzubeugen, die Instrumentalfront ist mitnichten ein Totalausfall, leidet diese aber eben verstärkt unter den unstreitbaren klanglichen Defiziten.
Trotz der bereits gewähnten Einheitlichkeit der musikalischen Ergüsse, merkt man gerade 'Maniac Massacre' die Blutlinie zum Rock 'N' Roll an, was dem Stück auch insgesamt nicht schlecht zu Gesichte steht. Das Klampfensolo im letzten Drittel hingegen, will mir aber selbst im wiederholten Durchlauf nicht wirklich imponieren.
Die Trennschärfe zwischen 'Necromantic Strike' und dem ausklingenden 'Annihilation through Steel' ist schon recht dünn. Zwar glänzt letzteres mit einem erhöhten Knüppelfaktor und ist fasst schon bezeichnend für Liedgut der Gattung oldschool Thrash, bleibt nichtsdestotrotz der Eindruck bestehen, dass man alles bereits, wenn nicht schon zuvor vom gleichen Tonträger, so aber wenigstens aus den Epen alter Tage zu kennen glaubt, als weiße High Tops auch nicht cool gewesen sind.
Man mag mich Nestbeschmutzer schimpfen, aber Teutonic Slaughter lassen auf ihrem eingetüteten Livedebüt noch eine Menge Luft nach oben. Abgesehen davon, dass auch tontechnisch ein bisschen mehr gehen dürfte, besteht für meinen persönlichen Geschmack insbesondere im Songwriting Nachbesserungsbedarf. Vorstellbar ist es dennoch, dass der „Die Hard Thrash Maniac“ vor Verzückung den Verstärker mit der Frucht seiner Lenden benetzt, denn wenn man den Traditionalisten eines zugestehen muss, dann ist dies sicherlich die Authentizität ihres Schaffens. Lasst euch also bitte nicht den Tag von einem vermiesen, der in jungen Jahren schon an Blockflöte und Triangel gescheitert ist – Man sieht sich vor der Bühne.
5/10 Punkte
Teutonic Slaughter: www.facebook.com/teutonicslaughter

Geschrieben von Matthes am 14.06.2013
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