The Last Hangmen
Executing Empires

Artikelbild
Eines vorweg: Dieses Album ist sehr stark. Darum der größte Kritikpunkt auch gleich zu Anfang: Die Eigenständigkeit. The Last Hangmen spielen auf einem sehr hohen Level können ihre Einflüsse aber aber nur selten verleugnen. Diese Einflüsse sind offenkundig In Flames und vor allem Dark Tranquility in ihren besten Zeiten. Dass zumindest In Flames ihre besten Zeiten lange hinter sich haben steht dabei auf einem anderen Blatt.
Los geht's mit dem Intro 'Overture To A Falling Empire'. Wie kaum jemals anders gehört steigert es sich über knapp anderthalb Minuten um dann auf dem Höhepunkt in den ersten regulären Song 'The Abolition of Acquittal' überzugehen der dann auch direkt ohne große Umwege die Marschrichtung des gesamten Albums vorgibt. Die Gitarren flirren und sägen durch ihre Melodien, kreischen hin und wieder auf, bringen aber auch paar extrem eingängige Melodien. Die Drums knüppeln auf hochtouren und durchbrechen ihre Blasts nur gelegentlich für die eine oder andere Bridge. Die Vocals erinnern stark an die Vorbilder und sind schön ins Mikro gerotzt. Guter Einstieg!
'The Holy Bond of Black Blood' macht weiter wo der vorherige Song aufgehört hat ist zumindest zu Beginn aber eine Spur weniger schnell (was nicht heißen soll, dass die Klampfen und Drums nicht auch mal ausbrechen) und bringt ein paar schöne Gangshouts, die den Songtitel skandieren mit. Gegen Ende wird der Song nochmal ziemlich episch.
Weiter geht's mit Hochgeschwindigkeit. 'Defeat of Despair' bringt daneben aber auch vergleichsweise abwechlungsreiche Vocals, die schön zwischen Shouts und hohen Screams wechseln mit. Ansonsten ist der Song recht unspektakulär und obwohl mit gut fünf Minuten voll im Albumdurchschnitt, kommt er etwas langatmig daher.
'... Or Forever Hold Your Peace' fängt recht ruhig und melodisch an, nimmt aber dann auch Fahrt auf. Guter Songs der etwas nachdenklich macht und hin und wieder mit schönen Tempowechseln und Blasts überrascht.
'Downfall Of Glory' kommt auch abwechslungsreich daher und knüppelt sich mit schönen Double-Leads duch die gut sechs Minuten Songlänge.
Sehr groovy startet das anschließende 'Beyound The Crimson Nightsky' und startet dann aber in die gewohnten Trademarks: relativ tiefe Shouts, höhere Shouts, ballerndes Schlagzeug und schöne Gitarrenharmonien welche von ruhigeren Leads unterbrochen werden.
Mein Hightlight und Anspieltipp ist definitiv 'Sleep Tight'. Schnell, melodisch, geil! Ein paar Keyboards lockern den sehr kompakten Sound ein wenig aus dem Hintergrund auf, wirken aber zu keiner Zeit aufdringlich. Der Refrain und die Leads sind eingängig. Fett!
Bei 'Rotting Seeds' ballert der Bass hörbar aus dem Hintergrund nach vorne und rückt somit ein wenig in den Vordergrund. Ansonsten ist der Song guter Albumdurchschnitt und macht Spaß. Das Teil klingt etwas Black Metallastiger als die meisten anderen.
Schnell geht es auch bei 'Legion Of Sold Souls' los. Doublebassattacken und ein paar schöne Breaks. Runde Sache. Eine kleine Überraschung ist das Solo gegen Ende. Schnell, sauber und passend. So muss das klingen!
Mit 'Executing Takes Time' beendet ein Instrumental ein doch recht starkes Album. Stimmig, aber vielleicht etwas zu lang geraten.
Insgesamt ist 'Executing Empires' wirklich gut gelungen. Leider geht der Band aber tatsächlich noch ein wenig die Eigenständigkeit ab. Ich zumindest höre die oben genannten Einflüsse deutlich raus. Daher gibt es einen Punkt Abzug in der B-Note. Um das ganze etwas einzuschränken: Insgesamt sind The Last Hangmen schneller und zeigen ein paar Black Metal-Einflüsse ('Rotting Seeds'). Daneben bringt der eine oder andere Song leider ein paar Längen mit ('Defeat of Despair', 'Executing Takes Time'). Für Fans der eingangs genannten Bands ist diese Platte ein Leckerbissen.
7/10 Punkte
The Last Hangmen: www.thelasthangmen.com

Geschrieben von Hoschi am 02.06.2013

Save social plugin replacer

Mehr zu The Last Hangmen

News: Auflösung, 15.08.2017
EC-Team - Impressum - Datenschutz
Facebook logo Twitter logo RSS logo
Random image