Despise & Conquer
Invasion

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Intros scheinen wohl dazu zu gehören. 'War Begins' heisst es auf dieser Scheibe. Mit 39 Sekunden ist es allerdings auf einem erträglichen Maß gehalten. Muss nicht sein, stört aber auch nicht.
Wie nach dem sich aufbauenden Intro kaum vorhersehbar war ballert 'Invasion' dann direkt volles Rohr los. Netter Einstieg mit ein paar coolen Headbangerpassagen und Breaks nach denen der Song immer wieder schön losballert.
'Casting Skin' macht da weiter wo der Song zuvor aufgehört hat. Nettes Ding das schön ballert.
Bei 'Skullfuck' kommt der Refrain mit einem schön gebrüllten "Skuuuulfuck" daher. Live sicherlich geil. Was ein Skullfuck ist überlass ich der Phantasie des Lesers. Ziemlich schneller Song, getrieben von Gitarren und Drums. Vielleicht etwas zu lang; das eine oder andere Gitarrensolo weniger bzw. kürzer wäre auch okay gewesen.
Mir persönlich sind die Keys am Anfang von 'Fear My Thoughts' und im Refrain ein wenig zuviel, dafür gibt es aber einen geilen zweistimmigen Refrain.
'Myself Unleashed' kommt weitgehend ohne Keys aus, lediglich im Break klingen sie durch. Insgesamt schon ein einigermaßen schneller und guter Song. Das Solo haut mich nicht so sehr vom Hocker, mehrstimmig wäre hier vielleicht besser. Dafür gehen die Knüppelparts gut zur Sache.
'Moonlight Serenade' erinnert am Anfang und auch später im Song immer mal wieder fast schon ein wenig an ältere Cradle Of Filth, auch wenn ich mir nicht sicher bin ob die Jungs das gern hören werden. Da ich aber ältere Cradle Of Filth sehr schätze ist dieser Song bis hierher mein Highlight und neben dem Titeltrack sowie 'Casting Skin' auch mein Anspieltipp. Ein paar sehr geile treibende Passagen runden das Teil ab. Die Keys sind sehr songdienlich eingesetzt und können echt was. Thrashige Passagen wechseln sich mit eher repetitiven und von Keys und (Akustik-)Gitarren getragenen ab. Sehr geiles Teil!
'This Golden Age Of Disillusion' erinnert auf den ersten Hör wieder etwas an die Songs am Anfang des Albums. Die Gitarren nehmen teilweise richtig Fahrt auf. Doublebase und wieder diese Cradle-Assoziation. Im Albumkontext guter Durchschnitt und endlich mal ein Solo am Ende des Songs das heraussticht.
'Die For Something (Like That)' kommt mit einem fetten Riff zu Beginn her und ist insgesamt recht Death-Thrashig angelegt. Die Keys gefallen mir hier ausgesprochen gut, sind nicht zu dominant und der Bass bekommt seinen Pflicht-Solo-Einsatz. Auch die Leadgitarre kann was. Passt.
'Amigos del RON' kommt zu Beginn mit einem coolen Heavy-Riff daher und wird -was die Geschwindigkeit angeht- hauptsächlich von den Drums angetrieben, die Girarren ziehen zwar mit, aber geben hier nicht so sehr das Tempo an wie in den meisten der anderen Songs. Nicht unbedingt mein Favorit auf der Platte, dafür mit 2:48 Minuten auch der kürzeste Song der Scheibe (vom Intro abgesehen).
'Resistance Is Futile' fasst dann nochmal alles zusammen und bringt die Trademarks schön auf den Punkt. Herausragend sind die Breaks, die hier richtig schön fett den Song gliedern. Gleichzeitig dürfte der Song auch eine Art Bandhymne sein. Die "Despise & Conquer"-Verse im Refrain legen den Verdacht zumindest nahe. Außerdem kommt der Song mit einem schönen Solo daher. Gelungener Abschluss für ein insgesamt gelungenes Album.
Die Produktion ist mehr als gut und passt zum Album. Die Songs haben klare Strukturen und enden meist punktgenau. Stilistisch kann man die Scheibe zwischen Thrash und Death Metal einordnen. Die Vocals von Udo Erwig heben den Death-Metal-Anteil eindeutig an während der Rest der Musik eine Tendenz zum Thrash aufweist. Wer die Stile gepaart mit Keybaords mag ist bei der Platte definitiv richtig aufgehoben. Für Keyboarverächter sind sie teilweise vielleicht etwas zu dominant eingesetzt, aber diese Leute dürften auch wohl kaum die Zielgruppe sein. Da ich selber aber in der Tendenz eher kein Keyboardfan bin ziehe ich schweren Herzens einen Punkt von den eigentlich verdienden acht Punkten ab. Die Zielgruppe darf diesen gerne wieder draufrechnen (oder sich erst garnicht von einem kleinen, unbedeutenden Underground-Mag sagen lassen was gut und was schlecht ist). Dabei finde ich sie an einigen Stellen sogar ziemlich gut eingesetzt ('Moonlight Serenade'), an anderer Stelle sind sie mir zu dominant ('Fear My Thoughts', der Titeltrack). Leider verliert der eine oder andere Song hier und da etwas die ansonsten immer sehr schön durchgezogene Struktur und hätte ein kleine Kürzung vertragen können.
7/10 Punkte
Despise & Conquer: www.despiseconquer.com

Geschrieben von Hoschi am 22.05.2013

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