The Claymore
Damnation Reigns

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Wie immer gibt’s auch auf Album Nummer drei handwerklich rein garnichts zu meckern, denn, dass hier Vollblutmusiker am Werk sind hört man der Scheibe mit jeder einzelnen Note an. Mit viel Liebe zum Detail und einer nicht unytpischen Portion Pathos, die man im Power Metal auch einfach erwarten kann, dürften Fans der Castrop Rauxeler Stadtkapelle genau das bekommen, was sie wollen: Einen feingeschliffenen Silberling höchster Güte, ohne Ecken und Kanten.
Wenn man überhaupt einen markanten Unterschied zum 2008er Durchbruch 'Sygn' kenntlich machen kann, ist es vielleicht der, dass The Claymore auf 'Damnation Reigns' noch variantenreicher klingen als sonst, allerdings ohne dabei fremdartig zu erscheinen oder sich gänzlich neu erfinden zu wollen. Weder fehlen die genreüblichen speedlastigen Stereotypen (Ashes of the Wicked), noch die melancholischen Momente, die einem das Herz ein wenig schwerer machen (Oceans). Der hoch melodiöse Titelsong hat schon beinahe Hitcharakter und beweist, dass die Schwertschwinger im metallischen Untergrund eine Liga für sich sind.
Dass die Band mittlerweile zu einer gewissen popularität gereift ist, zeigen auch die namhaften Gastbeiträge, welche die fünf Ruhrpöttler hier auffahren. Niemand geringeres als Rages Klampfengott Victor Smolski veredelt das stimmige 'Escape Goat'. Obwohl Victors Genalität unbestritten ist, bin ich ziemlich zuversichtlich, dass es auch ohne ihn gegangen wäre. Etwas Prominenz steht der Platte aber trotzdem ganz gut zu Gesicht und beschert dem Quintett hoffentlich auch bald den wohlverdienten kommerziellen Erfolg. Ebenfalls einen Beitrag dazu, dürfte das Goldkehlchen von Tim „Ripper“ Owens leisten, welches aus dem rastlosen 'Behind Enemy Lines' hervorsticht. Dass der ehemalige Priest Sänger für dieses Projekt gewonnen werden konnte, sagt schon einiges über das hohe Niveau der Castroper Schwermetaller aus.
Im Durchschnitt bricht 'Damnation Reigns' eher keine Geschwindigkeitsrekorde, bleibt also in einem gesunden Mittelfeld, wenn man von Songs wie dem arg flotten 'Silent Scorn' oder zu gewissen Teilen auch 'Children of the Nile' einmal absieht. Man muss ja auch nicht ständig Bleifuss fahren! Eines der interessantesten, weil wohl spektrenreichsten Stücke ist, das mit einem Intro (Frozen Voices) daherkommende, 'Return to Zero', welches auch einen guten Anspieltipp abgibt.
Ein besonderes Bonbon für Fans sollte wohl das abschließende W.A.S.P. Cover 'Chainsaw Charlie' werden, das man nun wirklich auch nicht als ungelungen bezeichnen kann, wobei mir persönlich das Original eine Spur besser gefällt. Gerade in der Vergangenheit haben The Claymore live häufiger mal auf Huldigungen ihrer Götter zurückgegriffen. Unter diesem Aspekt wäre 'The Wicker Man' ebenfalls keine schlechte Wahl gewesen. Aber der eine isst nunmal lieber Lakritz, der andere Gummibärchen.
Es heisst zwar „Ehre, wem Ehre gebührt“, aber den Lorbeerkranz möchte ich zur Krönung vorerst noch nicht vergeben, denn ich bin auch fest davon überzeugt, dass die Protagonisten ihr stärkstes Album noch garnicht geschrieben haben. Mit Spannung blicke ich in die Zukunft und erwarte noch viel, gerade durch die neuen Impulse die Mike Krush mit einbringen wird.
Nichtsdestotrotz ist 'Damnation Reigns' ein starkes Werk, das Genrefans ohne jeden Zweifel gefallen wird, deshalb: Marsch, marsch zum Plattendealer eures Vertrauens!
7/10 Punkte
The Claymore: www.theclaymore.de

Geschrieben von Matthes am 13.05.2013

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