Layment
Nicht auf der faulen Haut

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Eternalconcert: Im Ruhrgebiet und mittlerweile wohl auch weit darüber hinaus, dürfte der interessierte Headbanger von euch gehört haben, würdet ihr euch dennoch kurz für die letzte Reihe und die Zuspätkommer einmal vorstellen?
Tobi: Na klar, gerne! Wir sind Layment aus Herne und Castrop-Rauxel, wir spielen relativ traditionellen Heavy Metal mit einigen Folk- und Hardrock-Einflüssen. Die Band besteht aus meinen Brüdern Marosh (Mikrofon) und Julian (Bass), Matthias Schweiger an den Drums, Kris Krajewski an der Orgel, Benjamin Burschei an der einen und mir an der anderen Gitarre.
Eternalconcert: Es hält sich beharrlich das Gerücht, dass ihr immer etwas anderes erzählt, wenn man euch fragt was euer Bandname denn bedeutet. Wie seid ihr also denn nun wirklich auf „Layment“ gekommen?
Tobi: Mh, gute Frage, wir führen diesen Namen nun schon so lange.. Ich fürchte, da gibt es nicht die eine, richtige Antwort. Ich weiß noch, dass wir damals einen knackig-kurzen Namen haben wollten. Die Mehrfachbedeutung des englischen Begriffs Layment als "Grundlage" und "Laientum" fanden wir witzig und augenzwinkernd natürlich auch irgendwie passend.
Eternalconcert: Welche anderen Bands/Künstler haben euch, vielleicht auch insbesondere im Hinblick auf euer neues Album „Of Gods & Goats“, am meisten beeinflusst oder was würdet ihr ganz generell als Quelle eurer Inspiration betrachten?
Tobi: Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten, da jeder von uns seine eigenen Einflüsse und Lieblingsbands hat. Vielleicht ist unser Musikgeschmack in den letzten Jahren generell etwas härter geworden, ob sich das auch in unseren Songs niedergeschlagen hat, kann ich gar nicht beurteilen. Auf unseren gemeinsamen Fahrten zum Proberaum und zu Konzerten rotieren immer unterschiedlichste Bands wie Soilwork, Iced Earth, Machine Head, In Flames, Orphaned Land oder Insomnium im Player. Natürlich sind aber auch die Klassiker von zum Beispiel Iron Maiden, Metallica, Rage, den Scorpions oder Deep Purple genauso vertreten.
Eternalconcert: Der „Of Gods & Goats“-Vorgänger „Traces“ ist von April 2009 und damit fast auf den Tag genau 5 Jahre alt. Würdet ihr Rückblickend mit dem Abstand von heute irgendetwas anders machen?
Tobi: Für uns als Band war die damalige Albumproduktion sehr wichtig, auch wenn wir heute in einigen Dingen anders vorgehen würden und jetzt bei "OG&G" auch vorgegangen sind. Wir hatten uns für die Traces-Aufnahmen mit unserem Produzenten in seinem uralten Holzhaus verschanzt und dieses mit Kilometern von Kabeln und Oldschool-Equipment zum Studio umgebaut. Dieses urige Feeling hört man aus den Aufnahmen, die natürlich weit entfernt von modernen Hochglanzproduktionen sind, meiner Meinung nach heraus. Für die Suche nach unserem Sound war diese Station sehr wichtig.
Eternalconcert: Fünf Jahre sind in jedem Fall schon ein amtlicher Zeitrahmen, 4 ½ wenn man von eurer 2013er EP „Long Lost Forever“ ausgeht, die im vergangenen Oktober erschienen ist, was habt ihr in der Zwischenzeit so getrieben?
Tobi: Hehe, wir haben nicht auf der faulen Haut gelegen! Nach den Traces-Aufnahmen haben wir erst mal verstärkt live gespielt. Parallel haben wir uns nach und nach ein eigenes kleines Studio aufgebaut. Ein großer Einschnitt war der Abschied unseres langjährigen Drummers Moritz Schuster, der aus beruflichen und privaten Gründen die Band verlassen hat und mit dem wir immer noch eine besondere Verbindung haben. Seinen Platz übernahm dann Matthias, der sich als echter Glücksgriff herausstellte und der dann ins Songwriting für "Of Gods & Goats" auch gleich mit einstieg. Nachdem die Tracks für die neue Scheibe mehr oder weniger feststanden, begannen wir mit den eigentlichen Aufnahmen im Sounds-Of-Steel-Studio in Castrop Rauxel, wo Produzent Christ Köhle das Beste aus uns heraus geholt hat und unsere Live-Energie jetzt erstmals im Studio umsetzen konnte. Nachdem wir aus diesen Sessions als kleinen Vorgeschmack schon einmal die von dir bereits erwähnte "Long Lost Forever"-EP ausgekoppelt haben, sind wir erst mal mit Negura Bunget auf eine kurze Tour gegangen. Mit den Eindrücken von diesen Shows haben wir uns dann wieder im Studio verschanzt und die letzten Spuren für das Album aufgenommen.
Eternalconcert: Im Gegensatz zu meinem Kollegen hatte ich leider noch nicht die Gelegenheit in eurer jüngstes Werk reinzuhören (abgesehen von „The Seafarer“, auf das ich gleich noch zu sprechen kommen möchte). Wie würdest du mir und unseren Lesern vielleicht in zwei bis drei kurzen Sätzen „Of Gods & Goats“ beschreiben?
Tobi: Es ist gar nicht so einfach, das eigene Zeug zu beschreiben, dafür hab ich viel zu wenig Abstand. In Beschreibungen von anderen fallen regelmäßig Vokabeln wie "harter, klassischer Metal", "fette Riffs" und "epische Refrains", vor allem Maroshs Gesang wird immer wieder herausgestellt und zum Beispiel mit Mike Patton oder Chris Cornell verglichen. Ob das stimmt, kann und will ich nicht beurteilen, ich finde auf jeden Fall, dass er auf dieser Scheibe seine bisher beste Leistung abgeliefert hat und endlich einmal seine ganze Bandbreite demonstrieren kann.
Sänger Marosh
Eternalconcert: Wie ist der Titel eures aktuellen Albums zu verstehen? Liegt dem Album ein Konzept oder eine übergreifende Idee zu Grunde?
Tobi: Eigentlich soll jeder selbst entscheiden, wie er den Titel interpretieren will. Mal ganz grob skizziert: Wer sind denn heute die Götter und wer die Sündenböcke? Oder sind die Götter die Sündenböcke, wenn im Namen von Religion oder Ideologie gemordet und unterdrückt wird und wurde? "Of Gods & Goats" ist zwar mit Sicherheit kein Konzeptalbum, die auf dieser Scheibe vereinten Geschichten funktionieren aber durchaus alle unter dieser Überschrift.
Eternalconcert: Von den fünf Songs der EP wurde lediglich der Titelsong als letztes Stück noch einmal fürs das aktuelle Album wiederverwertet. Warum gerade genau dieser Song?
Tobi: "Long Lost Forever" hat uns bereits beim Songschreiben sehr gepackt, also erschien es uns sinnvoll, genau diesen Song schon einmal als EP auszukoppeln. Außerdem ist der Titel "Long lost forever" auch als Statement zu verstehen, nachdem wir so lange in der Versenkung verschwunden waren. Trotz der EP sollte er natürlich auch noch einmal in einer alternativen Version auf dem Longplayer vertreten sein, als Abschluss des Albums schließt sich so der Kreis.
Artwork "Of Gods & Goats"
Eternalconcert: Eure Artworks fand ich schon auf der „Declaration“ und der „Traces“ sehr gelungen, „Of God & Goats“ reiht sich dort mit seinen malerisch biblischen Abbildungen nahtlos ein, wer hat das Cover entworfen?
Tobi: Danke für das Lob! Das Artwork habe ich unter Verwendung historischer Holzstiche zum ersten Mal selbst erstellt. Die unterschiedlichen Stiche passen sehr gut zu den damit illustrierten Songs, die klassische aber etwas düstere Atmosphäre ist das optische Gegenstück zur Musik.
Eternalconcert: Vorab gab es ja schon das Lyric Video zum Song „The Seafarer“ zu bestaunen, warum habt ihr euch für dieses Stück entschieden?
Tobi: "The Seafarer" ist in vieler Hinsicht stellvertretend für den Rest der Platte, zusammen mit dem Song "Another Road", für den wir ebenfalls ein schönes Video veröffentlicht haben, zeigt er recht deutlich, wie wir 2014 klingen. Als erstes Lebenszeichen erschien er uns genau richtig.
Eternalconcert: Wo kann man euch in diesem Jahr denn mit eurer neuen Platte so überall live sehen? Spielt ihr auch das eine oder andere Open Air Festival? Auf eurer Webseite haltet ihr euch ja noch etwas bedeckt.
Tobi: Wir sind gerade dabei, die Liveshows für die kommenden Monate zu buchen, selbstverständlich wollen wir dabei auch auf dem einen oder anderen Festival Halt machen. Sobald das alles in trockenen Tüchern ist, werden wir die Termine schnellstens veröffentlichen, wir freuen uns schon darauf, die neuen Songs live zu präsentieren.
Eternalconcert: Eure Band gibt es jetzt seit ungefähr 1998, wenn man von der Vorgängerformation „Valorénén“ einmal absieht. Habt ihr euch noch irgendwelche besonderen Ziele gesetzt, wie zum Beispiel das Wacken 2030 zu headlinen oder seid ihr einfach nur ein paar Jungs die zusammen musizieren?
Tobi: In erster Linie sind wir tatsächlich ein paar Freunde, die gemeinsam ihrer Leidenschaft für Heavy Metal frönen. Trotzdem haben wir selbstverständlich auch den Ehrgeiz, auch mal auf großen Festivals zu spielen oder auf größere Tourneen zu gehen. Verbiegen würden wir uns dafür allerdings nie, wir machen unser Ding, ohne uns nach irgendwem zu richten.
Eternalconcert: Danke für das Interview, die letzten Worte gehören euch.
Tobi: In letzten Worten war ich noch nie so gut, daher von uns an dich und deine Leser nur ein fröhliches "up the irons", danke für dein Interesse, cheers!
Layment: www.layment.com

Fragen von Matthes am 22.04.2014

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Review: Of Gods & Goats, 28.04.2014
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