Veganes Lisbeth
Die typische Diskussion

Veganer oder Vegetarier sind doch ein wenig verschrien, wenn ich es mal vorsichtig ausdrücken darf. Doch woran mag das liegen? Dieser Sache wollen wir doch heute mal ein wenig auf den Grund gehen. Ich selber habe diese Erfahrung auch schon gemacht, mir die typischen Vorurteile anhören zu dürfen. Ein sehr amüsantes Beispiel ist das letzte Festival:
Als unser Camp so weit alle Zelte und Pavillons aufgebaut hatte, saßen wir gemütlich mit dem ersten oder auch schon zweiten Bier zusammen. Langsam überkam mich der Hunger. Ich feuerte den Grill an und begann der Zwischenzeit mein Grillgemüse vorzubereiten. Dann dauerte es auch gar nicht mehr lange und es ging los:
“Menschen brauchen Fleisch! Da fehlt doch sonst was!” “Veganer sind auch keine Weltverbesserer!”
Die Diskussion war in vollem Gange, das Beste an der ganzen Sache: Ich habe keinen einzigen Ton gesagt, sondern einfach nur mein Gemüse zubereitet.
Doch woran mag es liegen, dass sich ein paar meiner Mitcamper sich darüber echauffierten? Dies hier ist auch nur ein gewähltes Beispiel von vielen. Ich selbst habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass sich andere rechtfertigten, wenn das Gesprächsthema „Essen“ aufkam, und damit dann auch meine vegane Ernährung. Ich vermute, dass sich meine Mitmenschen unbewusst angegriffen fühlten. Ein Vegetarier oder auch Veganer hat eben aus einem bestimmten Grund diesen Weg eingeschlagen, ob es nun die Massentierhaltung oder einfach die gesunde Ernährung ist. Einige Nicht-Vegetarier mögen sich dadurch vielleicht in ihrer Lebensweise kritisiert fühlen. Es kann daran liegen, dass uns allen die Praxis der heutigen Massentierhaltung bewusst ist.
Dies ist ein mehr als schreckliches Geschäft, damit wir unseren Hunger nach Fleisch und etlichen anderen tierischen Produkten stillen können. Menschen, die nun in ihrer Ernährung oder auch in ihrem Leben auf tierische Produkte verzichten, beanstanden damit zurecht die heutige Zeit und die damit verbundene Ausbeutung der Tiere. Ich habe diesen Weg eingeschlagen, um mich zunächst einmal gesund zu ernähren.
Durch das Prinzip der veganen Ernährung fallen einfach viele ungesunde Lebensmittel weg, alleine, wenn man sich das Süßigkeitenregal im Supermarkt vor Augen hält. Oft sind eben Milch und Eier darin verarbeitet. Als Veganerin bleiben mir nur wenige Naschereien davon, wenn überhaupt etwas bleibt. Auf diese Art und Weise habe ich die süßen Dinge des Lebens schätzen gelernt. Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass wenn ich längere Zeit auf eine Sache verzichtet habe, weil sie einfach nicht vegan ist, und ich dann ein sogenanntes Ersatzprodukt finde, wie zum Beispiel vegane Milchschokolade, ist dies für mich ein ganz besonderer Moment.
Aber ich habe diesen Weg auch für mich gewählt, da auch ich nicht länger die Massentierhaltung unterstützen will. Ich als Einzelperson kann nicht viel erreichen, das ist auch nicht mein Ziel. Für mich ist eine Ernährung fern von tierischen Produkten ein guter Weg, den ich gerne noch lange weiter gehen möchte.
Abschließend würde ich gerne noch einmal auf die Aussagen meiner Mitcamper zurückkommen: Nein mir fehlt nichts Essenzielles in meinem Leben. Klar vermisse ich manchmal gewisse Dinge, aber dafür gibt es häufig einen tollen Ersatz, der ohne tierische Produkte auskommt. Ich will auch kein Weltverbesserer sein. Das ist mir alleine gar nicht möglich. Ich für mich habe eben entschieden, mein Leben auf diese Art und Weise zu ändern.
Doch um noch einmal auf das Thema an sich zurück zu kommen. Es ist nicht primär mein Ziel euch zu kritisieren, indem ich meine Lebensweise ändere. Ich will damit auch niemanden bekehren oder beeinflussen. Wenn sich nun jetzt jemand entscheidet, auf die tierischen Produkte zu verzichten oder den Konsum dieser Produkte einzuschränken, freut es mich natürlich. Aber ich mach mein Ding und ihr Eures. Ihr könnt gerne euer Fleisch haben, wenn mir der Tofu bleibt.
Geschrieben von Lisbeth am 25.06.2014
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